Frau Vogel geht in den Ruhestand

Diesen Mittwoch ist Schluss: Frau Vogel verlässt die Schule und geht in den Ruhestand. Zusammengerechnet war sie fast zwei Jahrzehnte Lehrerin an früheren Realschule I und der heutigen der OBS 1 Nordenham.

Frau Vogel studierte 1974 bis 1980 in Freiburg im Schwarzwald Lehramt für die Fächer Mathe und – ihr Lieblingsfach – Biologie. Ursprünglich wollte sie nur Biologie studieren, aber sie bekam keinen Studienplatz, deswegen hat sie „erstmal“ ein Bio-Lehramt begonnen und blieb dann auch dabei. Ihr Referendariat machte sie ebenfalls in Baden-Württemberg.

Als Kind aufgewachsen ist Frau Vogel in Cloppenburg. Während ihres Studiums kam sie mit ihrem späteren Mann Paul zusammen. Der nahm eine Stelle in Nordenham an, deswegen folgte Frau Vogel ihrer Liebe an die Weser. Außerdem gab es damals wenige Planstellen im Südwesten von Deutschland, deswegen zog es das Lehrerpaar nach Niedersachsen. „Obwohl ich aus Cloppenburg komme, war ich nie zuvor in Nordenham“, sagt sie heute lachend. „Wir haben dann mal geschaut, wo liegt das – Nordsee, Wesermündung – und dann haben wir uns für Nordenham entschieden.“

Frau Vogel unterrichtete von 1984 bis 1987 an der Realschule 1 und ist dann erst wieder 2004 nach der Auflösung der Orientierungsstufe Süd an unsere Schule zurückgekommen. Neben ihren Studienfächern Mathe und Bio unterrichtete sie auch Physik und Chemie in den unteren Klassen fachfremd. Zudem arbeitete sie sich in das neue Profilfach „Gesundheit & Soziales“ ein.

An der Oberschule 1 gefällt ihr, dass die Schüler, die auch manchmal in schwierigen Phasen sind, alle einzigartig sind, dass das Kollegium gut zusammengehalten hat und dass es ein gutes Arbeitsklima gab. Was sollte sich ändern? „Im Laufe der Jahre hat sich in der Schule so viel verändert, dass ich es gut fände, wenn erst mal keine Änderungen mehr kämen und man in Ruhe arbeiten könnte.“

Räumlich gibt es aber Verbesserungsbedarf: Die neue Mensa könnte gemütlicher und wohnlicher gestaltet werden. Auch die Pausenhöfe könnten attraktiver mit Spielgeräten, Sitzgelegenheiten und anderen Sachen ausgestattet werden.

Arbeitsbeginn mit Knalleffekt

Ein Ereignis, was sie niemals vergessen kann, war in ihrem ersten Arbeitsjahr an einer Schule in Varel: Da hatte ein Schüler während des Unterrichtes einen Chinaböller gezündet. „Da war ich völlig hilflos, wie ich darauf reagieren sollte.“ Verletzt wurde aber zum Glück niemand.

An der Arbeit mit den Schülern hatte ihr besonders viel Spaß gemacht, den Schülern etwas beizubringen, sie – gerade in Bio – für etwas zu begeistern, Mathe-Wettbewerbe durchzuführen, und etwas zu organisieren, wie einen Projekttag. Was ihr nicht so gut gefallen hat, war manchmal das Verhalten einiger Schüler. Das habe ihr ab und an Kopfzerbrechen bereitet. Bewegt haben sie auch manche persönliche Sorgen von Kindern, die sie als Lehrerin ihren Schülern nicht abnehmen konnte.

Wenn Frau Vogel im Ruhestand ist, wird sie die Zusammenarbeit mit den Schülern und den Kontakt mit den Kollegen vermissen. Gut verzichten kann sie auf das frühe Aufstehen. In der Freizeit arbeitet sie im Garten, liest Bücher, schaut Fernsehen, unternimmt gerne etwas mit den Enkelkindern, Reist gerne, singt im Chor, spielt Doppelkopf und besucht gerne Theater und das Kino. Für viele ihrer Hobbys wird sie jetzt auch die gewonnene Freizeit nutzen, vor allem will sie noch mehr Zeit mit ihren Enkeln verbringen und außerhalb der Ferienzeiten in Urlaub fahren. Aber es gibt auch neue Ziele: Sie möchte lernen zu malen, etwas mehr Sport treiben und vielleicht einen Fotografie-Kurs belegen.

| Text: Jannes Klußmann, Kl. 8d |

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