Wahlen für Entscheidungen vor Ort
Am Sonntag, 13. September 2026, finden die Kommunalwahlen in ganz Niedersachsen statt. Kommune meint die kleinste politische Verwaltungseinheit, also eine Gemeinde oder Stadt und den Landkreis. Warum diese Wahlen für Jugendliche interessant sind und was alles gewählt wird, stellen wir hier zusammen.
Die Kommunalwahlen sind die Wahlen, wo fast jeder politische Amtsträger im Dorf, in der Stadt und im Landkreis vom Volk gewählt wird, egal ob Bürgermeister*in oder Landrat, aber auch Stadtratsmitglied und Kreistagsabgeordnete.
Die Wahlen finden in ganz Niedersachen in jeder Kommune von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr statt. Zur Stimmabgabe werden Wahlbezirke gebildet. Größere Gemeinden werden in mehrere Wahlbezirke eingeteilt. In Nordenham gibt es 21 Wahlbezirke. Wo man wählen musst, steht auf einer Wahlbenachrichtigungskarte, die jedem Wahlberechtigten zugeschickt wird. Meistens findet die Stimmabgabe in öffentlichen Gebäuden wie Schulen statt. Auch in der OBS 1 gibt es ein Wahllokal.
Brief schon vor dem Wahltag
Die Gemeinden bestimmen die Anzahl der Wahlbezirke sowie einen Wahlraum für jeden Wahlbezirk. Noch am gleichen Tag stellen sie auch die Ergebnisse der Wahl dar. Leute, die wählen möchten, müssen folgende Anforderungen erfüllen: Sie müssen seit mindestens drei Monaten in ihrem Landkreis wohnen, um den Kreistag wählen zu können (Kreistag Wesermarsch).
Man darf nicht aufgrund eines Gerichtsbeschlusses vom Wahlrecht ausgeschlossen sein und man muss in einem Wählerverzeichnis eingetragen sein oder einen Wahlschein besitzen. Wählen dürfen alle ab 16 Jahre. Die Briefwahl ist eine Möglichkeit, bei Wahlen nicht im Wahllokal zu wählen, sondern eine Stimme per Post abzugeben. In Niedersachsen beantragt man dafür zuerst einen Wahlschein bei der zuständigen Gemeinde. Danach bekommt man die Wahlunterlagen zugeschickt, füllt den Stimmzettel zuhause aus und schickt ihn im Wahlbrief rechtzeitig zurück oder gibt ihn persönlich ab. Die Briefwahl ist besonders praktisch für alle, die am Wahltag keine Zeit haben oder ihre Stimme flexibel und sicher von Zuhause aus abgeben möchten.
Viele Parteien haben Pläne, die Kommunen zu gestalten. Zu den kommunalen Aufgaben gehören zum Beispiel die Schulen und Kindergärten, die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, Maßnahmen zum Umweltschutz oder die Entwicklung neuer Wohngebiete.
Wenn Bürger*innen das Gefühl haben, dass ihre Anliegen nicht ausreichend berücksichtigt werden, kann es passieren, dass sie andere Parteien oder unabhängige Kandidaten und Kandidatinnen unterstützen. Dadurch entstehen immer wieder neue politische Mehrheiten in Städten, Gemeinden und Landkreisen.
Kandidat:innen von Parteien und parteilose
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Kommunalpolitik oft näher an den Menschen ist als die Landes- oder Bundespolitik. Die gewählten Vertreter und Vertreterinnen sind häufig direkt ansprechbar und leben selbst in der Region. Das führt dazu, dass politische Entscheidungen für viele Menschen greifbarer und verständlicher werden. Gleichzeitig bedeutet das aber auch große Verantwortung für die Gewählten, da ihre Entscheidungen den Alltag der Bevölkerung unmittelbar beeinflussen.
Außerdem spielen bei Kommunalwahlen nicht nur Parteien eine Rolle, sondern auch Wählergemeinschaften und parteilose Kandidaten. Diese konzentrieren sich häufig auf bestimmte lokale Themen und können deshalb besonders viele Stimmen gewinnen. Das macht die Wahlen abwechslungsreich und oft auch unvorhersehbar.
Programme und Pläne für Nordenham
Falls du vorhast, dieses Jahr wählen zu gehen, dann kannst du dich so über verschiedene Parteien und ihre Kandidat*innen informieren:
- Das Wahlprogramm lesen
- Videos oder Interviews mit Kandidaten angucken
- Podiumsdiskussionen oder Informationsveranstaltungen besuchen
- Gespräche an Informationsständen in der Fußgängerzone führen

In Nordenham wird ein neuer Stadtrat gewählt. Im Stadtrat sitzen 36 Mitglieder sowie der hauptamtliche Bürgermeister. Auch das Amt des Bürgermeisters wird neu gewählt. Gegen den Amtsinhaber Nils Siemen (SPD) treten Sonja Brödje (parteilos) und Markus Huck (parteilos) für das Amt an.
Die politische Vertretung im Landkreis Wesermarsch heißt Kreistag. Hier werden 42 Abgeordnete gewählt. Aus Nordenham kommt aber nur ein Teil der Vertreter*innen, denn auch aus den anderen Gemeinden und Städten werden Vertreter*innen geschickt. Der Verwaltungschef im Landkreis heißt Landrat. Der bisherige Landrat Stephan Siefken (parteilos) tritt wieder an. Er wird von Nils Humbold (SPD) herausgefordert.

Ortsrat in Abbehausen
Wer in Abbehausen wohnt, kann auch noch einen Ortsrat wählen. Im Ortsrat sitzen 15 Männer und Frauen. Aus ihrer Mitte wird der Ortsbürgermeister gewählt. Das ist bisher Ralf van Norden (CDU). Der Ortsbürgermeister wird nicht direkt gewählt von den Bürger*innen, sondern von der Mehrheit der neuen Ortsratsmitglieder.

Ortsbürgermeister
Informationen zur Wahl gibt es auf der Homepage der Stadt Nordenham unter www.nordenham.de
| Text: Ben Heimann, Kl. 8a |
| Titelbild: pics_kartub auf Pixabay |
| Bilder: Archiv / privat |
