Das Corona-Tagebuch

Die Redaktion von ABER HALLO hat die Ereignisse rund um die Corona-Pandemie und die Einschränkungen für den Schulbetrieb zusammengetragen. Die Redaktion von aberhallo.news ergänzt diesen Artikel um immer neue Entwicklungen. Dies ist aber ein journalistischer Beitrag, aktuell gültige Auflagen etc. sind bitte der offiziellen Homepage der Schule zu entnehmen.

Die Ereignisse im Überblick:

Donnerstag,6.Mai 2021:

Aufgrund der weit unter 100 gesunkeden Inzidenz ist heute ist der erste Tag des Szenario B für alle Schüler seit ungefähr fünf Monaten. Bei der Testpflicht bleibt es natürlich um die Sicherheit aller zu gewährleisten.

Montag, 12. April 2021:

Am Montag ist „Abholtag“. Die Testkits für die Selbstschnelltests werden durch die Schülerinnen und Schüler abgeholt. Es findet ausschließlich Lernen zu Hause statt und es gibt keine Notbetreuung am Montag. Die Tests kommen aber erst zum Einsatz, wenn die Schülerinnen und Schüler in den Präsenzunterricht gehen. Schon jetzt ist klar: Das wird auch in dieser Woche noch nicht der Fall sein.

Montag, 8. März:

Der Lockdown zieht sich noch hin. Aber das Kultusministerium will, dass alle Schülerinnen und Schüler vor Ostern noch einmal in die Schule kommen. Diesen Montag wird die „Aufhebung der Präzenspflicht“ wieder aufgehoben, heißt: Alle Zehntklässler müssen wieder zur Schule. Allerdings kommt auch jeweils nur die Hälfte zur Schule und die andere Hälfte ist im Homeschooling (also Szenario B). Von den Neuntklässlern kommen auch nur die Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr den Hauptschulabschluss machen.

Die anderen Klassen gucken auf den Inzidenzwert: Bleibt der in der Wesermarsch über 100, dürfen auch die Klassen 5 bis 7 nächste Woche noch nicht wieder zur Schule kommen.

Bis zu den Osterferien veränderte sich das Szenario aufgrund der hohen Inzidenzwerte in der Wesermarsch nicht: Nur die Abschlussklassen 10 und die Abschlussschüler 9 kamen in die Schule. Einen Tag vor den Osterferien hatten die Lehrkräfte eine schulinterne Fortbildung zur Anwendung der Schnelltests, falls – nach den Ferien – die Tests in der Schule durchgeführt werden müssen (Verordnung wurde aber wieder geändert).

Montag, 15. Februar:

Im Landkreis Wesermarsch ist die sogenannte Tagesinzidenz über 200 gestiegen – also in den vergangenen 7 Tagen haben sich auf 100.000 Einwohner mehr als 200 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Die Wesermarsch hat damit in Niedersachsen das höchste Ansteckungsniveau erreicht, deutschlandweit ist der Landkreis auf Platz 2!

Das Gesundheitsamt hat darum angeordnet, dass alle allgemein- und berufsbildenden Schulen im Landkreis schließen müssen. Auch für die Abschlussklassen findet kein Unterricht mehr statt. Bis Freitag, 19. Februar, gibt es höchstens die Notbetreuung in der Schule. Alle Schülerinnen und Schüler nehmen am „Lernen zu Hause“ teil.

Donnerstag, 21. Januar:

Die Schüler der Jahrgänge fünf bis acht sind alle komplett im Lernen zu Hause. Anders ist das bei den Schülern und Schülerinnnen des neunten Jahrgangs: Hier sind die Schüler*innen in der Schule, die planen, die Schule nach 9. Klasse zu verlassen oder einen Förderschulabschluss machen.

Freitag, 8. Januar 2021:

Am Freitagnachmittag, dem 8. Januar 2021, gab das Kultusministerium mit einer neuen Verordnung bekannt, dass alle Klausuren, die bis zu den 31.01.2021 eingetragen sind, ausfallen. Das gab den Schülern mehr Zeit, um sich auf die bevorstehenden Klausuren vorzubereiten, jedoch haben sie weniger Zeit, sich in den verschiedenen Fächern zu verbessern.

Den Lehrern gefiel die neue Verordnung ganz und gar nicht: Die ganze Arbeit, die sie Wochen zuvor investiert haben, um die Arbeiten vorzubereiten und zu planen, ist sinnlos gewesen. Stattdessen mussten sich die Lehrer über eine Ersatzleistung Gedanken machen, die je nachdem, welche Leistungen die Schüler erbringen müssen, als fachspezifische oder mündliche Leistung benotet wird.

Am Dienstagmorgen kam, durch die vielen Beschwerden, die eingereicht wurden, der Rückruf der neuen Verordnung. Es finden wieder alle Klausuren wie gewohnt zum vorherigen Termin statt und die Schüler können sich noch vor dem Halbjahreszeugnis verbessern.

Freitag, 16. Dezember 2020:

Letzter „Schultag“ in der Schule und im Homeschooling. Im Laufe der Woche wurden immer mehr Kinder von ihren Eltern vom Präsenzunterricht abgemeldet. Von fast 620 Schülern sind noch 14 in der Schule; alle übrigen werden im „Lernen zu Hause“ betreut.

Montag, 14. Dezember 2020:

Nach einer erneuten Vereinbarung von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten ist ab heute Präsenzschulpflicht aufgehoben. Eltern können ihre Kinder von der Schule ab und zum „Lernen zu Hause“ anmelden. Das verursacht im Schulbetrieb ziemlich viel Chaos: Lehrer*innen sitzen zum Teil alleine im Klassenraum und warten, ob noch Schüler*innen kommen, in mancher Klasse sitzt noch ein Schüler zwei Lehrern gegenüber – fast wie eine mündliche Prüfung.

Donnerstag, 11. Dezember:

Eltern können ihre Kinder auf Antrag für den 17. und 18. Dezember freistellen lassen, um für Weihnachten in „Selbstquarantäne“ zu gehen. Etwa 20% der Schülerinnen und Schüler werden bis zum Ende der Antragsfrist am 11. Dezember von Eltern freigestellt.

Montag, 30. November:

Szenario B beginnt – pro Klasse kommen jetzt maximal 15 Schülerinnen und Schüler. In einem Raum dürfen sich maximal 16 Menschen aufhalten (inkl. Lehrkraft), sofern alle zueinander einen Mindestabstand von 1,50 Meter Abstand haben. Die Pausenzeiten sind für die Jahrgänge wieder versetzt. Das bedeutet, dass Unterrichtsblöcke auch unterbrochen werden für Pausen. In den Pausen müssen alle Schüler draußen stehen in Feldern, die gekennzeichnet sind für ihre Klasse.

Freitag, 27. November:

Die 6b geht als dritte Klasse der Schule (teilweise) in Quarantäne.

Der Inzidenzwert in der Wesermarsch klettert über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen. Da auch Maßnahmen des Gesundheitsamtes laufen, muss die gesamte Schule ab Montag in das Szenario B wechseln.

Mittwoch, 25. November:

Der zweite Corona-Fall betrifft eine Klasse aus Jahrgang 10. Da auch hier Sportunterricht stattfand, wird wieder fast die ganze Klasse in Quarantäne geschickt. Da das Testergebnis erst am späten Nachmittag kam, werden abends noch die Eltern der Schüler angerufen. Für den 26. November ist vorsorglich „Lernen zu Hause“ angeordnet, im Laufe des 26. November ergehen die Quarantäne-Anordnungen an die Schüler.

Kritik an den Corona-Regeln:
Ein Meinungsbeitrag von Remi Neugebauer, Kl. 10a

Freitag, 20. November:

Der erste Fall einer Corona-Infektion einer Person in Jahrgang 8 ist bekannt geworden. Da im Sportunterricht die Abstandsregeln nicht immer eingehalten werden konnten und keine Masken getragen werden müssen, wird die ganze Klasse vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt, inkl. Sportlehrerin. Auch Schüler*innen, die in Kursen neben der betroffenen Person

Freitag, 6. November:

Der Inzidenzwert der Neuansteckungen (gerechnet im Schnitt der letzten 7 Tage auf 100.000 Einwohner) ist nun in der Wesermarsch auch über 50 gestiegen, damit gilt: Auch im Unterricht müssen alle (Schüler*innen und Lehrer*innen) ab kommenden Montag (= nächster Unterrichtstag) eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Montag, 5. Oktober:

Die Klasse 10a war zu einem Besuch im Deutschen Bundestag eingeladen: Mittwoch sollte es für einen Tag nach Berlin gehen. Heute dann der Schock: Berlin wurde zum „Risikogebiet“ erklärt, da 4 Stadtbezirke einen hohen Inzidenzwert haben. Die Fahrt wird kurzfristig abgesagt.

Donnerstag, 27. August:

Das Schuljahr startet neu: Jetzt gilt „Szenario A: Eingeschränkter Regelbetrieb“. Eigentlich ist alles normal: Alle Schüler*innen einer Klasse kommen zum Unterricht und werden im Klassenraum gemeinsam unterrichtet. Jedoch gilt auf den Fluren und dem Schulhof eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Auch die Lehrer tragen eine Maske, sofern sie sich Schüler mehr als 1,5 Metern nähern.

Die Pausen verbringen die Schüler*innen getrennt nach Jahrgängen auf den Schulhöfen (7 und 8 Hafenschule, 5 und 6 großer Hof, 9 Mensa, 10 Cafeteria). Sie bilden „Kohorten“ und dürfen sich nicht vermischen.

14. & 15. Juli:

Die Schuljahreszeugnisse werden versetzt ausgegeben, da die Klassen bis zum letzten Tag geteilt waren. Eine schülergruppe bekommt die Zeugnisse am Dienstag, 14. Juli, im 3. Block, die andere Gruppe am Mittwoch, 15. Juli, im 2. Block.

Donnerstag, 2. Juli:

Die Verabschiedungsfeier der Zehntklässler kann nun doch mit Eltern stattfinden. Die Schülerinnen und Schüler feiern ihren Schulabschluss mit einem Picknick auf dem Kunstrasenplatz am Plaatweg. Mehr dazu im Bericht von aberhallo.news HIER.

Montag, 15. Juni:

Als letzte Schülergruppe kehren die Fünft– und Sechstklässler in die Schule zurück.

Donnerstag, 11. Juni:

Heute ist für die Schülerinnen und Schüler, die nach Klasse 9 mit dem Hauptschulabschluss die Schule verlassen, der letzte Unterrichtstag.

Freitag, 5. Juni: Bis zu den Sommerferien sind es noch sechs Wochen. Doch für die Zehntklässler ist heute der letzte Unterrichtstag. Sie müssen nur noch zweimal zur Schule kommen: zur mündlichen Abschlussprüfung (die mittlerweile auch nicht mehr verpflichtend, sondern optional geworden ist), und zur Übergabe des Zeugnisses

Abschluss mit Abstand: Die HS-Abschlussschüler 2020
konnten nur im kleinen Rahmen feiern.

Da keine Schulveranstaltungen stattfinden dürfen, entfallen in diesem Jahr alle Abschiedsfeiern: keine Mottowoche, kein Abschlussgottesdienst, kein Schulball. Wie der „Corona-Schulabschluss“ verlief, werden wir in der nächsten Ausgabe der ABER HALLO berichten.

Mittwoch, 3. Juni:

Die Rückkehr der Massen: Die „großen“ Jahrgänge 7 und 8 mit vielen Schülerinnen und mit Schülern kommen zurück in die Schule – auch diese Klassen werden halbiert.

Der Unterricht findet nach „normalem“ Stundenplan statt, die Klassenlehrerzeit entfällt allerdings und die Unterrichtsblöcke sind 90 Minuten lang. Jede Schülergruppe soll möglichst wochenweise zur Schule kommen – in der jeweils anderen Woche haben die Schülerinnen und Schüler „Lernen zu Hause“.

Um die Lerngruppen in den Pausen nicht zu mischen, malt Herr Roblick nummerierte „Bereiche“ mit Kreide auf den Schulhof; jede Lerngruppe hat einen eigenen Bereich, in dem sie sich jetzt stehend oder sitzend mit Mindestabstand aufhalten dürfen.

Mittwoch, 20. Mai:

Abschlussprüfung! Die Deutschkurse wurden halbiert, die „Risikoschüler“ mit Vorerkrankungen wie Asthma oder Bluthochdruck haben jeweils einen eigenen Prüfungsraum mit jeweils einem eigenen Prüfungslehrer zur Aufsicht. Gleiches passiert in der Englischprüfung am 26. Mai (nur die Zehntklässler) und für die Matheprüfung am 28. Mai.

Montag, 18. Mai:

Heute kommen auch die „anderen“ Neuntklässler zurück in die Schule – also auch diejenigen, die nächstes Schuljahr den Realschulabschluss machen. Da weiterhin nur wenige Schülerinnen und Schüler in einen Klassenraum dürfen, werden nun die Klassen geteilt.

Unterrichtet wird nur im Klassenverband, es gibt keine Aufteilung in G– und E-Kurse. Auch Wahlpflichtunterricht findet nicht mehr statt. Jegliche „Mischung von Lerngruppen soll unterbleiben. Die Lerngruppen haben jeweils einen „Stammraum“ – die größten Klassenräume der Schule werden genutzt mit möglichst wenig Tischen im Raum. Die Fachräume dürfen nicht genutzt werden. Auch der Sport– und Schwimmunterricht findet nicht mehr statt.

Montag, 27. April:

Sie sind wieder da: Die ersten Schülerinnen und Schüler kommen zur Schule. Aber nur die Zehntklässler und diejenigen aus Jahrgang 9, die die Hauptschulprüfung machen. Damit nicht so viele Schüler auf einmal in die Schule kommen, kommen tageweise die Klassen 9a und 9d bzw. 9b und 9c. Manche „Klasse“ besteht nur aus sechs Schülerinnen und Schülern. Die Klassen des zehnten Jahrgangs werden jeweils halbiert, jeden Tag kommt nur eine Gruppe der Klasse.

An diesem ersten „Schultag“ gibt es auch nur 90 Minuten Sicherheitseinweisungen: die „Corona-Regeln“ werden besprochen und Hygienevorschriften erläutert. Außerdem gibt es Hinweise zum neuen Stundenplan. Unterrichtet wird nur für die Prüfungsvorbereitung: Deutsch und Mathe und in 10 zusätzlich Englisch. Für die Neuner gibt es einen zusätzlichen Block Prüfungsvorbereitung. Die Kurse sind aufgelöst. Jede Lerngruppe hat jetzt eine feste Fachlehrkraft und keine Kurslehrkraft mehr.

Der normale Stundenplanrhythmus entfällt: Der Unterricht beginnt um 7.30 Uhr, ein Block dauert 90 Minuten. Zwischendurch gibt es Pausen von jeweils 30 Minuten. Unterrichtsschluss ist um 13 Uhr.

Mittwoch, 22. April:

Nachdem vor den Osterferien das „Lernen zu Hause“ quasi freiwillig war, wird es jetzt vom Kultusministerium für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend. Die Lehrerinnen und Lehrer der OBS 1 Nordenham erstellen Wochenpläne. Die Jahrgangsleiter kontrollieren, ob alle Fächer des Stundenplans vertreten sind und achten darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht zu viele Aufgaben bekommen.

Kontakt über Messanger und Videokonferenz

Die Schulgemeinschaft entdeckt zwei neue Tools im Online-System der Schule, IServ: den Messanger und die Videokonferenz. Klassenlehrer sollen einmal die Woche Kontakt mit ihren Schüler*innen haben. Viele machen dies über diese beiden Funktionen. Auch Lehrerkonferenzen finden nicht mehr in der Schule statt: Alle schalten sich von zu Hause in die Videokonferenz ein.

Sonntag, 19. April:

(Ja, auch sonntags arbeiten Lehrer*innen!) Frau Pasel ist zuständig für das Nachmittagsangebot an der OBS 1. Sie entnimmt der neuen Verfügung der Landesregierung die Anweisung, dass Arbeitsgemeinschaften nicht mehr stattfinden können. Zitat: „Es finden bis auf Weiteres KEINE AGs mehr statt. Keine. Nada. Null. Egal welchen Inhalts – ob Singen, Tanzen, Kochen, Stricken oder Klatschen – gor nix.“

Mittwoch, 15. April:

So ein kurzes Schuljahr hatten wohl zuletzt unsere Großeltern. Jedenfalls erinnerten sich einige daran, dass früher (bis in die 1960er Jahre) an Ostern das Schuljahr endete. Bis zu diesem 15. April mussten die Lehrerinnen und Lehrer in diesem Jahr eine Schuljahresnote ermitteln und ins Zeugnisprogramm eintragen. Eigentlich wäre heute der erste Tag nach den Osterferien gewesen. Ob es dieses Schuljahr noch einmal „normalen“ Unterricht gibt? Die Osterferien werden zunächst um drei Tage „coronafrei“ verlängert, und auch nach dem nächsten Wochenende kommt noch kein Schüler wieder zur Schule:

„Keine. Nada. Null.“

Freitag, 27. März: Der „letzte Schultag“ vor den Osterferien geht fast spurlos an Schülern und Lehrern vorüber. Die Schulleitung verabschiedet sich in die Ferien – es gibt nur eine Notbesetzung. Kinder könnten auch in den Ferien in die Notbetreuung gehen, allerdings machen die Eltern der Kinder der OBS 1 Nordenham davon keinen Gebrauch. Die Lehrerinnen und Lehrer haben tageweise Notdienst in der Schule.

Dienstag, 24. März:

Heute wären eigentliche mündliche Abschlussprüfungen in Englisch für die Zehntklässler. Der Prüfungstermin ist verschoben. Später steht auch fest: Die schriftlichen Abschlussprüfungen werden ebenfalls verschoben.

Klassenfahrten müssen abgesagt werden

Es stellt sich heraus: Nicht nur die Abschlussprüfungen sind vom Corona-Virus bedroht. Es entfallen auch eine ganze Menge Veranstaltungen: Am schmerzlichsten empfunden wird das Verbot von Klassenfahrten. Die Fünftklässler dürfen nicht ins Blockhaus Ahlhorn fahren, den Zehntklässlern wird die Bildungsfahrt – umgangssprachlich auch gerne Abschlussfahrt – gestrichen. Die Klassenfahrt in das vom Corona-Virus besonders betroffene Italien musste bereits am 12. März storniert werden, jetzt gilt das Reiseverbot auch für alle anderen Ziele.

Für alle Jahrgänge entfallen größere und kleine Veranstaltungen, etwa die „Infotage Betrieb & Beruf“ der 9. Klassen, die Aufführung von „Romeo & Julia“ von der Musical-AG muss abgesagt werden und die Projektwoche zum Thema „Zukunft“ entfällt für alle Jahrgänge.

Montag, 23. März:

Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten haben gestern Kontaktbeschränkungen beschlossen. Die befürchteten Ausgangssperren kommen nicht. Unnötige Kontakte sollten vermieden werden. Zudem gibt es für bestimmte Gebiete Reise– und Aufenthaltsbeschränkungen. Jetzt sollen möglichst auch alle Lehrkräfte zu Hause bleiben.

Damit die Lehrkräfte, die in der Kindernotbetreuung arbeiten, trotzdem zur Schule kommen können, bekommen sie von der Schulleitung eine Bescheinigung im Falle von Ausgangsbeschränkungen – ein Brief mit Unterschrift der Schulleitung und Siegel der Schule. Diesen sperrigen Titel hat die Schulleitung für den Schulalltag abgekürzt mit „Passierschein A 38“ – eine Anspielung auf einen Band der „Asterix“-Comic– und Filmreihe.

Im „Lockdown“ zur Eindämmung der Virenausbreitung müssen möglichst alle Menschen in ihrem Zuhause bleiben. Viele Gruppen im Internet erstellen Bildcollagen und wollen so dazu aufrufen, die Regeln einzuhalten. Auch einige Lehrerinnen und Lehrer der Schule erstellen so eine Collage und stellen sie ins Internet und in soziale Medien.

Montag, 16. März:

Erster schulfreier Tag / „Corona-ferien“.  Anders als Freitag viele Lehrerinnen und Lehrer angekündigt haben, sind die Aufgaben des häuslichen Lernens (noch nicht) verpflichtend.

In der Schule ist jetzt immer nur jemand von der Schulleitung, ein paar pädagogische Mitarbeiter und Verwaltungskräfte sowie einige Lehrkräfte, die die Notbetreuung übernehmen. In der Notbetreuung sind Schülerinnen und Schüler, deren Eltern in „systemrelevanten Berufen“ sind, zum Beispiel Krankenschwestern oder Ärzte, aber auch alleinerziehende Mütter, die in Supermärkten Sonderschichten arbeiten müssen (um Klopapier nachzufüllen).

Die übrigen Lehrerinnen und Lehrer müssen übrigens auch „Hausaufgaben“ machen: schulinterne Arbeitspläne aktualisieren, Förderpläne für die Kinder schreiben und Materialsammlungen überarbeiten. Einige sind auch in der Schule, räumen den „Kartenraum“ oder die Lehrerbücherei auf, bringen Updates auf die Schülercomputer oder sortieren den total chaotischen Theaterkostümfundus. Am Ende der Woche stellt Hausmeister Hergen Brunßen fest: „So aufgeräumt war die Schule noch nie.“

Passierschein A 38

informelle Bezeichnung der Bescheinigung für Lehrkräfte

Freitag, 13. März:

Auch wenn noch nichts offiziell ist, die Nachrichtenlage verdichtet sich. Viele Lehrer lassen am Freitagmorgen in der Klassenlehrerzeit die Schülerinnen und Schüler vorsorglich alle Bücher aus dem Fach im Klassenraum mit nach Hause nehmen.

Zu Beginn der zweiten Pause kommt die Durchsage: „Alle Lehrer, die nicht Aufsicht führen, bitte ins Lehrerzimmer“ (siehe Bild unten S. 25). Die Schulleitung informiert: Ab Montag schließt die Schule, der Unterricht wird ins Internet verlagert. Im dritten Unterrichtsblock geben die Lehrkräfte die Information an die Schülerinnen und Schüler weiter – und eine Reihe von Aufgaben auf.

Donnerstag, 12. März:

Erste Gerüchte kommen auf: Die Schule ist ab morgen zu! Die Internetseiten, die Schulausfall bekanntgegeben, sind schnell überlastet. Ein Radiosender prescht mit der Nachricht vor; das Kultusministerium schweigt noch.

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