Auf dem Schreibfestival „klartext17“ in Hannover entdeckten die Teilnehmer ganz ungewöhnliche Schreibformen. Anja Weiss schreibt in Bildern.

 

Im Eingangsbereich des Veranstaltungsgebäudes stehen mitten zwischen den Besuchern und den Informationsständen drei Tafeln, vor denen eine Frau hockt und Bilder zeichnet.  Die Frau heißt Anja Weiss und macht Graphic Recording. Das bedeutet, dass sie zum Beispiel diese Veranstaltung in Bildern protokolliert und die Besucher dazu anregt, auch ihre eigenen Ideen und Gedanken zu zeichnen. Für das Schreibfestival hat sie sich überlegt, dass sie zusätzlich verschiedene Gedichte in je einem Bild darstellen möchte.

Anja Weiss studierte Graphic Design. Nach ihrem Studium sah sie sich zufällig ein Video über Graphic Recording an und war davon so fasziniert, dass sie entschied, diese Art des Zeichnens zu ihrem Beruf machen zu wollen. Sie informierte sich mehr über das Thema und lernte die einzelnen Bildvokabeln auswendig.

Mittlerweile wird sie von ganz verschiedenen Firmen gebucht.  Sie spezialisiert sich nicht auf ein Thema. Wie sie erzählt, lässt sie sich buchen und arbeitet sich dann in jedes Thema ein.

Auf engem Raum viel aussagen

Frau Weiss findet gut, dass die Bilder besser im Gedächtnis bleiben als zum Beispiel Texte, da sie ganz andere Gefühle ansprechen. Sie erzählt auch, das ihr mal jemand erzählt hat, er habe während der Schulzeit Spicker mit Bildvokabeln statt Text darauf benutzt, weil man damit auf engem Raum viel mehr aussagen kann als mit Worten. Das begeisterte Frau Weiss sehr, da sie sich in dem Moment in ihrer Meinung bestätigt fühlte.

Anja Weiss hat auch schon ein Buch über diese Art zu zeichnen geschrieben, in dem sie die einzelnen Bildvokabeln zeigt und erklärt, wie man diese am besten zeichnen kann. Außerdem zeichnete sie einige Kinderbücher.

Die Graphic Recorderin erzählt, dass jeder zeichnen könne, aber die meisten Leute würden es verlernen. Das könne man nur verhindern, wenn man trotzdem zeichnet und nicht darauf hört, wenn andere Leute sagen, dass sei nicht gut oder man könne nicht zeichnen. Es würde immer jemanden geben, der es besser kann, als man selber, aber das sei normal. Zu dem Schreibfestival sagte sie, dass freies Schreiben eine tolle Sache sei.

 

                                                | Text: Louisa Ahrends, Kl. 10b |

 

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