{"id":5397,"date":"2021-04-29T14:18:15","date_gmt":"2021-04-29T12:18:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aberhallo.news\/news\/?p=5397"},"modified":"2021-05-20T14:53:02","modified_gmt":"2021-05-20T12:53:02","slug":"fuer-uns-im-bundestag-astrid-grotelueschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aberhallo.news\/news\/fuer-uns-im-bundestag-astrid-grotelueschen\/","title":{"rendered":"F\u00fcr uns im Bundestag &#8211; Astrid Grotel\u00fcschen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Astrid Grotel\u00fcschen (CDU) ist Mitglied des Deutschen Bundestags aus unserem Wahlkreis 28 (Landkreis Wesermarsch, Oldenburg-Land und Stadt Delmenhorst). Im Interview erz\u00e4hlt sie \u00fcber die sch\u00f6nen und schwierigen Situationen in der Politik.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>ABER HALLO:<\/strong> Wann und warum haben Sie sich dazu entschieden in die Politik einzusteigen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Astrid Grotel\u00fcschen:<\/strong> Der Impuls war der, dass ich von CDU-Mitgliedern des Gemeinderates in Gro\u00dfenkneten angesprochen worden bin, ob ich mir vorstellen kann, f\u00fcr den Gemeinderat zu kandidieren, das war 1999. Als mir diese Frage gestellt wurde, habe ich mich intensiv mit diesem Thema besch\u00e4ftigt. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich nicht politisch aktiv.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eDiskussionsfreudig, Interessiert, aber in keiner Partei.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mir hat es unglaublich viel Spa\u00df gemacht, etwas zu diskutieren und umzusetzen. Vor der Bundestagswahl 2009 wurde mir dann die Frage gestellt, ob ich mir vorstellen kann, f\u00fcr das Bundestagsmandat zu kandidieren. Dann habe ich gedacht, dass das eine spannende Aufgabe ist, und mir das genau so viel Spa\u00df machen wird wie Kommunalpolitik. Ich bin sozusagen einfach ins kalte Wasser gesprungen und habe durch das Direktmandat auch ein tolles Erfolgserlebnis gehabt. Das hat mir den Weg in die Berufspolitik erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ABER HALLO: <\/strong>Was war bisher die schwierigste Situation, seitdem Sie Abgeordnete sind? Im Wahlkreis als auch in Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Astrid Grotel\u00fcschen: <\/strong>Schwierig ist es, wenn es um pers\u00f6nliche Dinge geht oder auch Entscheidungen, die nicht nur mit sachlichen Argumenten gef\u00fchrt werden. Ein Beispiel sind Gesetze zum Thema Organspende und Sterbebegleitung. Das sind schwierige Situationen, da sind Emotion dabei. In den zwei genannten Bereichen habe ich auch schon schwierige Entscheidungen getroffen, weil man abw\u00e4gen muss und es nicht nur sachliche Argumente gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Thema ist, wenn man um Hilfe gefragt wird. Da ist mir ein Beispiel nachhaltig in Erinnerung geblieben: Ich sollte einer Fl\u00fcchtlingsfamilie helfen, ein vollj\u00e4hriges Familienmitglied nachzuholen. Von Herzen wollte ich helfen, aber die Gesetze haben dort ein Hindernis gesetzt. Da ist man in einem Konflikt und kommt nicht weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Ich konnte mit den Frauen der CDU\/CSU-Fraktion Israel besuchen. Da war das Thema Holocaust sehr pr\u00e4sent. Der absolute H\u00f6hepunkt war ein Besuch in der Gedenkst\u00e4tte \u201eYad Vashem\u201c. Das pers\u00f6nliche Gespr\u00e4ch mit einer \u00dcberlebenden, die in Deutschland im Konzentrationslager gefangen war, fand ich sehr beeindruckend. Gleichzeitig empfand ich diese Situation sehr schwierig, weil man tats\u00e4chlich merkte, wie schwierig dieses Thema f\u00fcr uns Deutsche ist und wie man sich mit der Geschichte auseinandersetzen muss, um f\u00fcr die Zukunft zu lernen und sich seiner Verantwortung zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ABER HALLO: <\/strong>Sicherlich gibt es auch viele sch\u00f6ne Momente. Gibt es etwas, an das Sie sich besonders gerne zur\u00fcckerinnern?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Astrid Grotel\u00fcschen:<\/strong> Der Moment, als das Wahlergebnis stand und der Jubel und die Freude ausbrach. Es war sch\u00f6n, die Kanzlerin zu w\u00e4hlen. Das Amt einer Bundestagsabgeordneten ist wahnsinnig viel Ehre und Verantwortung. Nur wenige Menschen k\u00f6nnen das werden und ich geh\u00f6re dazu. Man bekommt nach wie vor eine Wertsch\u00e4tzung geschenkt von den B\u00fcrgern, die es klasse finden, was ich f\u00fcr Arbeit mache. Durchaus bekomme ich den einen oder anderen Brief oder die ein oder andere E-Mail oder f\u00fchre Gespr\u00e4che \u00fcber die man gesagt bekommt \u201eklasse, dass es dich gibt.\u201c Diese bewahre ich alle auf und lese sie zwischendurch, weil das sehr sch\u00f6n ist und es mich daran erinnert, f\u00fcr wen ich Politik mache.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ABER HALLO: <\/strong>Sind Schulen aktuell gut ausgestattet, was die Digitalisierung betrifft?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Astrid Grotel\u00fcschen:<\/strong> In unserem Wahlkreis gibt es Schulen, die Sprachf\u00f6rderung und Digitalisierung gut umsetzen, aber das ist nicht bei allen der Fall. In der AG Bildung &amp; Forschung bem\u00fche ich mich darum, das F\u00f6rdermittel bereitgestellt werden. Doch nicht nur die finanziellen Mittel, sondern auch die Skills der Lehrkr\u00e4fte tragen zum Erfolg der Lernmethoden bei. Es reicht nun mal nicht, dass Schulen Tablets bekommen, sondern alle m\u00fcssen auch damit umgehen k\u00f6nnen. Ich glaube, dass ein verl\u00e4ssliches Konzept sowie eine attraktive Unterrichtsgestaltung der Weg zum Ziel sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ABER HALLO: <\/strong>Was liegt Ihnen am meisten am Herzen in der Politik?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Astrid Grotel\u00fcschen:<\/strong> Mir war es immer wichtig, die Themen aus dem Wahlkreis nach Berlin zu tragen. Au\u00dferdem freue ich mich, dass die B\u00fcrger*innen mir ihr Vertrauen schenken, im Gegenzug versuche ich mein Bestes zu geben, Politik verst\u00e4ndlich zu machen, zu erkl\u00e4ren und zu informieren. F\u00fcr mich steht der Mensch, im Wahlkreis, im Mittelpunkt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ABER HALLO: <\/strong>Wie k\u00f6nnte man mehr Jugendliche f\u00fcr politische Themen begeistern?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Astrid Grotel\u00fcschen: <\/strong>Ich erlebe, dass viele junge Menschen sehr politisch interessiert sind. Wir haben keinen Mangel an Interesse. Dabei interessieren sich viele f\u00fcr ein Schwerpunktthema, sei es das Klima, die Elektromobilit\u00e4t oder auch Landwirtschaft, das ist auch wichtig. Weiterhin m\u00fcssen wir versuchen, junge Leute noch f\u00fcr andere Themen zu begeistern. Seit Beginn meiner politischen Arbeit lade ich Jugendliche zum Zukunftstag ein, beteilige mich an Mentor*innen-Programmen und besuche regelm\u00e4\u00dfig Schulen im Wahlkreis. Um neue Ideen und politisches Engagement zu erhalten, braucht es einen regen Austausch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ABER HALLO: <\/strong>Wie wird man eigentlich Abgeordnete*r?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Astrid Grotel\u00fcschen: <\/strong>Das ist eine ganz spannende Frage, weil es kein Ausbildungsberuf ist und es gibt auch kein Studium. Formal ist es so: Wenn man 18 ist und f\u00fcr den Bundestag kandidieren m\u00f6chte, weil man dies als Beruf sieht, braucht man in der Regel ein gutes Team und eine starke Partei, die einen begleiten, damit man auf deren Liste steht und der W\u00e4hler ein Kreuz bei einem machen kann. Jedoch w\u00fcrde ich jedem abraten, diesen direkten Weg zu gehen. Es ist wichtig, dass man Themenbereich hat, gewisse Erfahrungen, Motivation, Wissen, eine Struktur, die einen auch begleiten kann. Da ist es nicht verkehrt, wenn man bereits Berufserfahrung oder Lebenserfahrung hat oder auch in der Kommunalpolitik t\u00e4tig war. Es gibt keine Voraussetzungen, man lernt mit dem Arbeiten. Wenn man wirklich Interesse daran hat, sollte man sich auf den Weg machen, sich zu engagieren, denn eine Ausbildung gibt es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>|Interview: Sandra Eilers, Kl. 9b|<\/p>\n\n\n\n<p>|Bild: Privat|<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Astrid Grotel\u00fcschen (CDU) ist Mitglied des Deutschen Bundestags aus unserem Wahlkreis 28 (Landkreis Wesermarsch, Oldenburg-Land und Stadt Delmenhorst). Im Interview erz\u00e4hlt sie \u00fcber die sch\u00f6nen und schwierigen Situationen in der Politik. ABER HALLO: Wann und warum haben Sie sich dazu entschieden in die Politik einzusteigen? 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