{"id":1817,"date":"2017-12-15T14:50:12","date_gmt":"2017-12-15T13:50:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aberhallo.news\/news\/?p=1817"},"modified":"2018-02-15T14:57:17","modified_gmt":"2018-02-15T13:57:17","slug":"nathan-der-weise-theaterstueck-von-nathan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aberhallo.news\/news\/nathan-der-weise-theaterstueck-von-nathan\/","title":{"rendered":"&#8222;Nathan der Weise&#8220;: Unterschiedliche Meinungen"},"content":{"rendered":"<h3><b>Am 29. November 2017 war der zehnte Jahrgang in der Auff\u00fchrung von \u201eNathan der Weise\u201c von G.E. Lessing.\u00a0 Die Meinungen \u00fcber die Inszenierung sind sehr gespalten. Wir baten drei Mitsch\u00fcler um ihre Kritiken.<\/b><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Mijoscha Ney:<\/b><\/p>\n<p>Wir besuchten mit dem 10. Jahrgang der Oberschule 1 Nordenham das Theaterst\u00fcck \u201eNathan der Weise\u201c in der Friedeburg Nordenham. Ich erwartete ein typisches Theaterst\u00fcck, welches man aus der Schule kennt: Die Schauspieler sind verkleidet, im Hintergrund stehen Requisiten und sie fangen sofort an, das St\u00fcck zu spielen.<\/p>\n<p>Doch dieses St\u00fcck fing anders an. Alle Schauspieler sa\u00dfen auf St\u00fchlen in einer Reihe und fingen an, die erste Szene zu sprechen, doch ohne sich anzusehen, sie schauten einfach stumpf ins Publikum. Es kam mir vor wie eine auswendig gelernte Buchvorlesung. Doch schon in der zweiten Szene begannen sie das spektakul\u00e4re B\u00fchnenbild zu nutzen. Dies war eine Drehb\u00fchne und von innen wurde eine Seite mit einem Beamer belichtet. Durch die Drehung, die Beleuchtung und die Musik wurden die Szenenumbauten und Umziehpausen zu etwas Spektakul\u00e4rem.<\/p>\n<p>Dies war meiner Meinung nach ein besonders gelungenes Element der Inszenierung, da solch eine Pause normalerweise die Aufmerksamkeit unterbricht. Die Szene, bei der Nathan zu Saladin gerufen wird, gefiel mir sehr. Der Druck, den der Sultan auf Nathan aus\u00fcbte, kam sehr echt r\u00fcber. Als Nathan ihm die f\u00fcr sich richtige Religion nennen sollte und er unter Druck ger\u00e4t, f\u00e4ngt er an, in einem inneren Monolog zum Publikum zu sprechen. Das gefiel mir sehr gut. Dabei habe ich mich irgendwie angesprochen gef\u00fchlt. Der Schauspieler, der den Nathan spielte, war sehr \u00fcberzeugend, da er durch sein Alter und Aussehen eine gewisse Reife ausstrahlte, die gut zu dem weisen Nathan passte. Seine Intonation vermittelte eine Sicherheit, die er hatte, und wenn er alleine zum Publikum sprach, hatte seine Stimme etwas Angenehmes und Beruhigendes. Insgesamt fand ich das St\u00fcck gut umgesetzt, doch es kommt einem sehr lang vor, sodass die Aufmerksamkeit von Szene zu Szene sank. Es war auch nicht immer alles zu erkennen und bei manchen Szenen war nicht zu erkennen, was das B\u00fchnenbild darstellen sollte. Alles in allem war das Theaterst\u00fcck gut, doch nichts f\u00fcr meinen Geschmack. Ich bevorzuge eher Kinobesuche, weil dort das Geschehen von Grund auf besser\u00a0 zu erkennen ist, da dort direkt in der passenden Umgebung gespielt wird und durch die Zusammenschnitte keine Unterbrechung der Handlung entsteht. Es kommt einem so vor, als w\u00fcrde man das \u201eoriginale\u201c Geschehen von Au\u00dfen betrachten und nicht nur etwas nachgestelltes sehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><b>Roia Saidi:<\/b><\/h3>\n<p>\u201eIch muss sagen, ich habe mir vom Optischen her etwas anderes von der Auff\u00fchrung vorgestellt. Ich habe mir eine normale B\u00fchne mit Requisiten und Hintergrund vorgestellt, aber durch die Anwendung von Videos und dem st\u00e4ndigen Wechsel war es sehr abwechslungsreich und fesselnd. Ich finde, dass die Auff\u00fchrung ganz in Ordnung war, obwohl man beachten muss, dass Leute, die auf dem Balkon sitzen, nicht alles so gut verstehen k\u00f6nnen, wie die, die vorne sitzen.<\/p>\n<p>Zwischendurch hat man auch schnell den Faden verloren, was unter anderem auch an den st\u00e4ndigen Wechseln liegt. Ich pers\u00f6nlich finde die Szene mit dem Vater und den drei S\u00f6hnen am besten, da sich die Schauspieler von der B\u00fchne abgewandt haben und sich praktisch neben die Zuschauer stellten. Es kamen aber auch Fragen auf, die man im St\u00fcck nicht wirklich verstanden hat, wie zum Beispiel den Zusammenhang einiger Videoclips mit dem eigentlichen Thema des St\u00fccks. F\u00fcr mich haben Nathan aber auch der Sultan sehr \u00fcberzeugend gespielt, denn zum einen hat mich ihre standhafte K\u00f6rperhaltung beeindruckt und zum anderen ihr Schauspielerisches Talent. Ich denke, dass ich mich vor meinem n\u00e4chsten Theaterbesuch entweder noch mehr mit dem St\u00fcck besch\u00e4ftige oder in ein St\u00fcck gehe, welches man einfacher verstehen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><b>Tim Maake:<\/b><\/h3>\n<p>Ich war anfangs nicht wirklich motiviert zu dem Theaterst\u00fcck zu gehen und habe wirklich nicht viel erwartet. Die einzige Vorfreude, die ich hatte, war das Treffen mit meinen Klassenkameraden und ich wurde trotzdem zutiefst entt\u00e4uscht. Es war die erste Auff\u00fchrung in meinem Leben, die ich mit einem wirklich miesen Gef\u00fchl verlie\u00df. Die Auff\u00fchrung hat mir \u00fcberhaupt nicht gefallen.<\/p>\n<p>Das Schauspiel, die Charaktere und die Szenerie waren wirklich lobenswert, nicht so die Szenen\u00fcberg\u00e4nge, welche Aufnahmen von Hisbollah-Mitgliedern, Bin Laden, Trump, Buschs Kriegserkl\u00e4rung und dem 11. September zeigte. Alle mit urbaner, schneller Musik unterlegt. Dieser Teil der Auff\u00fchrung hat mich auf h\u00f6chstem Level ver\u00e4rgert und nachdenklich gemacht. Ich frage mich, ob die Person oder das Team, welches f\u00fcr diese \u00dcberg\u00e4nge verantwortlich ist, im Klaren dar\u00fcber ist, um was es sich bei diesen Aufnahmen handelt. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich habe das Gef\u00fchl, dass die Verantwortlichen diese Szenen bis aufs B\u00f6seste ausgenutzt haben, um dem St\u00fcck mehr Drama zu verleihen.<\/p>\n<p>Liebend gern w\u00fcrde ich mit den Machern dieser Szenen sprechen, um sie zu fragen, ob sie wissen, was das ist, welche Folgen es hatte und warum sie diese Aufnahmen genutzt haben. Meiner Meinung nach ist das, was die Verantwortlichen da abgezogen haben, ein absolutes NoGo, da diese Aufnahmen zum Beispiel die des wahrscheinlich verheerendste und einschneidensten Terroranschlag dieses Jahrhunderts, dem 11. September, nichts in einem Theaterst\u00fcck solcher Art verloren haben. Erst Recht nicht so, wie sie eingebaut wurden. Ich h\u00e4tte die Auff\u00fchrung verlassen, wenn ich Aufnahmen des ISAF-Einsatzes oder sonstiges gesehen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Elemente, welche mit gut gefallen haben, sind wie gesagt das Schauspiel oder der Szenenwechsel beziehungsweise die Szenenvielfalt. Mir gefiel die letzte Szene am Besten, da sich in dieser, gerade im Vergleich zu vorherigen Szenen, viel bewegt wurde und es in dieser Szene allgemein mehr Interaktion gab, denn die Schauspieler gingen auch von der B\u00fchne und verteilten sich im Saal. Der Sultan gefiel mir mit Abstand am besten, da er seine Rolle am besten verk\u00f6rperte und vor nichts scheute.<\/p>\n<p>Ich lasse mich nicht von Theaterst\u00fccken abschrecken, da es sicherlich nicht viele St\u00fccke schaffen ihr Potential so unglaublich zu verschenken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 29. 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