{"id":1551,"date":"2017-11-30T14:09:57","date_gmt":"2017-11-30T13:09:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aberhallo.news\/news\/?p=1551"},"modified":"2017-12-07T14:10:51","modified_gmt":"2017-12-07T13:10:51","slug":"ins-bremen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aberhallo.news\/news\/ins-bremen\/","title":{"rendered":"Von Bremen aus das Plattdeutsch retten"},"content":{"rendered":"<h2><b>B<\/b><b>undesl\u00e4nder f\u00f6rdern Einrichtung zur Sprachenpflege<\/b><\/h2>\n<p><strong>Noch ist das Institut f\u00fcr Niederdeutsche Sprache (INS) die einzige \u00fcberregional t\u00e4tige Einrichtung f\u00fcr Plattdeutsch. Doch bald wird das Institut keine F\u00f6rderungen mehr von den Bundesl\u00e4ndern bekommen, denn diese wollen ein neues L\u00e4nderzentrum f\u00fcr Niederdeutsch gr\u00fcnden.<\/strong><\/p>\n<p>Das INS kooperiert mit Schulen, Kinderg\u00e4rten, Autoren, Musikern, Vereinen und Medien- und Theaterleuten. Es sammelt alles, was auf und \u00fcber Plattdeutsch oder \u00fcber die Regionen, in denen die Sprache gesprochen wird, herausgegeben wird.<\/p>\n<p>Jeder hat die M\u00f6glichkeit, die Bibliothek des INS zu nutzen. Allerdings k\u00f6nnen die Medien nur in der Einrichtung selber benutzt werden, wobei die Nutzung der Bibliothek kostenlos ist. Au\u00dferdem befinden sich dort zum Beispiel unver\u00f6ffentlichte B\u00fchnenmanuskripte und ein umfangreicher Zeitschriftenbestand. Die Bibliothek wird st\u00e4ndig erg\u00e4nzt. Zus\u00e4tzlich sind dort viele CDs, Videos und DVDs zu finden. Aktuell bietet die Bibliothek einen Bestand von rund 35.000 Medieneinheiten.<\/p>\n<p>Die Mitarbeiter des INS begleiten laufend verschiedene Projekte, wobei der Fokus auf der Entwicklung aktueller Angebote auf Plattdeutsch liegt, damit wieder mehr Plattdeutsch gesprochen wird.<\/p>\n<p>Der Sitz des Instituts f\u00fcr Niederdeutsch ist in Bremen. Es wurde 1973 gegr\u00fcndet und wurde bisher unter anderem von Beitr\u00e4gen aus Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen finanziert. Allerdings l\u00e4uft dieses Abkommen zum Jahresende 2017 aus und die Bundesl\u00e4nder wollen nicht l\u00e4nger f\u00fcr das INS zahlen. Als Gr\u00fcnde f\u00fcr ihre Entscheidung verwiesen die Geber-L\u00e4nder auf den Demographischen Wandel, die sich rasch wandelnde Mediengesellschaft und die regional unterschiedlichen Bed\u00fcrfnisse.<\/p>\n<p>Dadurch, dass die F\u00f6rderl\u00e4nder, die Zuwendungen streichen, ist die Existenz des INS bedroht, denn damit fallen dem Institut ab 2018 j\u00e4hrlich insgesamt 271.000 Euro weg. Die Mitarbeiter k\u00f6nnen so die Standardaufgaben nicht mehr im vollen Umfang durchf\u00fchren. Laut des Vorsitzenden Reinhard Goltz ist derzeit unklar, ob man die Mitarbeiter weiter besch\u00e4ftigen k\u00f6nne. Offen sei au\u00dferdem, was mit der Bibliothek geschehe.<\/p>\n<p>Die L\u00e4nder haben sich die K\u00fcndigung des bisherigen Abkommens mit dem INS nicht einfach gemacht. Nach langen Verhandlungen, bedingt durch zuwendungsrechtliche Probleme und rechtliche Auseinandersetzungen mit dem INS, war dieser Schritt erforderlich. Mehr konnte unsere Redaktion \u00fcber den Streit, den es da offenbar gegeben hat, leider nicht in Erfahrung bringen. Auch das INS hielt sich auf Nachfrage der Redaktion bedeckt. Das INS sei als F\u00f6rdernehmerin fr\u00fchzeitig \u00fcber die beabsichtigte Einstellung der F\u00f6rderung informiert worden. Verschiedene Initiativen zum Erhalt der F\u00f6rderung waren nicht erfolgreich.<\/p>\n<p>Neu: L\u00e4nderzentrum f\u00fcr Niederdeutsch<\/p>\n<p>Zum 1. Januar 2018 soll es in Bremen ein L\u00e4nderzentrum f\u00fcr Niederdeutsch geben. Dieses Koordinierungszentrum soll Plattdeutsch erhalten und f\u00f6rdern. Von dort aus soll der Schutz, der Erhalt und die Weiterentwicklung der niederdeutschen Sprache k\u00fcnftig l\u00e4nder\u00fcbergreifend koordiniert werden. Es soll eine enge Verzahnung mit den politischen Vertretern und Vertreterinnen in Bund und L\u00e4ndern sowie den Mitgliedern des Bundesrats f\u00fcr Niederdeutsch geben. Als Rechtsform ist eine gemeinn\u00fctzige GmbH vorgesehen. Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen haben das L\u00e4nderzentrum gegr\u00fcndet. Die j\u00e4hrlichen F\u00f6rdergelder, die bisher das INS erhielt, sollen zuk\u00fcnftig an das L\u00e4nderzentrum gehen. Hierf\u00fcr zahlen die Bundesl\u00e4nder j\u00e4hrlich insgesamt 271.000 Euro. Als Personal sind ein\/eine Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer\/in, ein\/e wissenschaftliche Mitarbeiter\/in und eine Mitarbeiter\/in f\u00fcr Verwaltung und \u00d6ffentlichkeitsarbeit vorgesehen. Bremen wird j\u00e4hrlich 80.000 Euro zahlen, Niedersachen wird 117.000 Euro beisteuern, Schleswig-Holstein 42.000 Euro und Hamburg 32.000 Euro.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">| Text: Louisa Ahrends, Kl. 10b |<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesl\u00e4nder f\u00f6rdern Einrichtung zur Sprachenpflege Noch ist das Institut f\u00fcr Niederdeutsche Sprache (INS) die einzige \u00fcberregional t\u00e4tige Einrichtung f\u00fcr Plattdeutsch. Doch bald wird das Institut keine F\u00f6rderungen mehr von den Bundesl\u00e4ndern bekommen, denn diese wollen ein neues L\u00e4nderzentrum f\u00fcr Niederdeutsch gr\u00fcnden. Das INS kooperiert mit Schulen, Kinderg\u00e4rten, Autoren, Musikern, Vereinen und Medien- und Theaterleuten. 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